Höchste Ehre beim „Bunta Obad“ in St. Gerold

Höchste Ehre beim „Bunta Obad“ in St. Gerold

Die „Hoti Funkazunft“ sorgte am 15. Februar 2020 für Unterhaltung auf höchstem Niveau. Längst hat die Veranstaltung „Bunta Obad“ Kultstatus im großen Walsertal. So lieferten über ein Dutzend Akteure Pointen und Lachsalven am laufenden Band. Zeitgenössische Themen aus der Kleingemeinde und darüber hinaus, sowie bravourös interpretierte musikalische Darbietungen dominierten den Abend. Präsident Jürgen Katschitsch, selbst seit 30 Jahren auf der Bunta Obad - Bühne, zeigte sich überaus textsicher und versiert, trotz einem überraschenden Akt. So erhielt der Vollblutnarr unter Standing Ovation für seine rund 40-jährige Tätigkeit für die Narretei, das goldene Ehrenzeichen des Verbandes Vorarlberger Fasnatzünfte und –Gilden (VVF).

Fasnat - Leidenschaft

Mit dem facettenreichen Wirken in unterschiedlichen Funktionen ist Katschitsch weit mehr als nur ein humoriger Botschafter. Schon bei der Begründung der Zunftgemeinschaft fungierte Jürgen als Präsident, später u.a. als Zeremonienmeister und „Hans Dampf“ in allen Gassen. Der Funktionär bewies nachfolgend eine umsichtige Führungsweise. Neue Formate fanden eine Entwicklung und er selbst blieb seiner Fasnat - Leidenschaft als närrischer „Schauspieler“ treu. „Es ist die höchste Ehrung des VVF für dein Lebenswerk“, meinte Landespräsident Michel Stocklasa, der mit Barbara Lässer (Chefin d. Protokolls), Landeselfer Richard Witting und VVF – Ehrenmitglied und Fasnatrat Ronald Rettenberger zu diesem erfreulichen Anlass gratulierte.

Jürgen Katschitsch (vorne Mitte) ist seit 2017 wieder Präsident der „Hoti Funkazunft“ St. Gerold. Er wurde für sein jahrzehntelanges Wirken mit der höchsten VVF – Ehrung ausgestattet.

Gesellschaftliche Praktiken im Fokus

VVF – Ehrenmitglied und Fasnatrat Ronald Rettenberger kümmert sich hauptverantwortlich um den besonderen Brauch in der Gemeinde Bürs. Der Landesverband (VVF) unterhält seit September 2019 eine sogenannte „Anschlussmitgliedschaft“ bei der Närrischen Europäischen Gemeinschaft (NEG). Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums hatte die NEG zum Ende des letzten Jahres erstmalig einen Preis zur Ausschreibung gebracht. Um das bürgerschaftliche und freiwillige Engagement rund um die Pflege der facettenreichen Bräuche in den Fokus zu setzen, hat der VVF in Koordination mit den entsprechenden Zünften, drei Nominierungen eingereicht. Die dazu entstandene Dokumentation zu den gesellschaftlichen Praktiken, die sich im Ländle oftmals mit regionalen oder ortsfesten Ausprägungen wiederfinden, können im Download eingesehen werden. Als Gewinner gehen unter den gesamten Einreichungen schlussendlich die „Röllelibutzen“ aus Altstätten (CH) hervor. Herzliche Gratulation unseren Nachbarn, sowie unserem befreundeten Schweizer Fasnachtsverband HEFARI!

Nominierungen aus dem närrischen Vorarlberg:

Die „Puma“ von Bürs ()

Revitalisierung Schollaloch Koblach ()

Alter Feuerbrauch bei der Funkenzunft Gortipohl ()

 Bild: VVF – Ehrenmitglied und Fasnatrat Ronald Rettenberger kümmert sich hauptverantwortlich um den besonderen Brauch in der Gemeinde Bürs.


Die „Puma“ von Bürs (Download als PDF)


Revitalisierung Schollaloch Koblach (Download als PDF)


Alter Feuerbrauch bei der Funkenzunft Gortipohl (Download als PDF)

Ein Volksfest für die Narretei

In Vorarlberg wurde mit dem 38. Landesnarrentag die Fasnat offiziell ausgerufen: Tausende Mäschgerle und Besucher waren beim Auftakt in Schlins dabei.

Die Walgaugemeinde Schlins war am ersten Sonntag nach Dreikönig der närrische Treffpunkt im Land. Zum ersten Mal richteten die Jagdberg Narra den Landesnarrentag des Verbandes Vorarlberger Fasnatzünfte und –Gilden (VVF) aus. Der knapp 20 Mitglieder zählende Verein mit Obmann Michael Muhr meisterte die Aufgabe mit Unterstützung von etwa 300 Helferinnen und Helfer bravourös. Bereits im Vorfeld legten sich die Jagdberg Narra voll ins Zeug, sodass beim örtlichen Schulzentrum sogar ein eigenes „Zeltdorf“ errichtet wurde. Gestartet ist das große Narrentreffen am frühen Vormittag mit dem Empfang der Delegationen und der Übergabe des offiziellen Narrentag - Pins, ehe das Geschehen mit dem Frühschoppen im Wiesenbachsaal samt Übertragung ins Festzelt, ordentlich Fahrt aufnahm. Beste Unterhaltung boten Garden, Fanfaren und Guggamusiken, als VVF – Präsident Michel Stocklasa um 11.11 Uhr die Fasnat 2020 im Beisein von Landtagspräsident Harald Sonderegger, Bürgermeisterin Gabi Mähr, den Präsidenten Ferdi Segmüller (Schweizer Fasnachtsverband) und Heinz Sperl (Salzburger Faschingsgilde), für eröffnet erklärte.

Narrentag als Wunsch

Als Landeszere Gernot Reumüller die Gugga – Klangwolke anmoderierte, stimmten sich die Anwesenden, darunter die VVF – Ehrenmitglieder und Fasnaträte Peter Wolfsberger, Ronald Rettenberger und Hans Baschnegger, oder etwa auch Günther Kreuzhuber mit Michael Benke (METRO Dornbirn), lautstark auf die „fünfte Jahreszeit“ ein. Bereits am Mittag zollten die Zünfte den Jagdberg Narra ihren Respekt für die hohe Schaffenskraft und brachten dabei auch gleich die Gratulationen zum 30-jährigen Vereinsbestehen mit Stand Ovation zum Ausdruck. Für Obmann Muhr und Außenbeauftragen Marco Domig ein bewegender Moment, zumal die Organisation des Narrentags ein lang gehegter Wunsch war.

Bedeutendes Kulturgut

Zum bunten und großen Spektakel verwies der Landtagspräsident auf die hohe Bedeutung der Vorarlberger Narretei: „Die Fasnat ist ein wichtiger Teil unseres Kulturguts und begeistert jährlich Jung und Alt aufs Neue. Mit ihrer „närrischen“ Leidenschaft und dem damit verbundenen enormen Einsatz halten die Fasnat-Organisationen den Brauch im ganzen Land lebendig und aktueller denn je“, so Sonderegger mit dem Dank an den Gastgeber sowie an alle Beteiligten, die zum Gelingen dieses generationenübergreifenden Festes in der rund 2.600 Einwohner zählenden Gemeinde Schlins beigetragen haben.

120 Gruppen beim Umzug

So wurde auch von der Möglichkeit kostenlos mit Bus und Bahn entspannt in die Walgaugemeinde an- und abzureisen, als Serviceangebot des VVF in Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg und dem Verkehrsverbund,  rege Gebrauch gemacht. Höhepunkt war der Narrentag – Umzug mit über 120 Gruppen und rund 3.000 Aktiven bei Kaiserwetter durch das Ortszentrum, wo sich Mäschgerle aus fast allen Regionen Vorarlbergs beteiligten. Ein farbenfrohes Bild entlang eines dichten Zuschauerspaliers. Einen gelungenen Ausklang fand die Auftaktveranstaltung wieder beim Schulzentrum.

Danke Schlins!

Seitens des VVF mit Narrentag - Koordinator Vizepräsident Stefan Ellensohn gilt dem kleinen Team der Jagdberg Narra ein großer Dank für die hervorragende Zusammenarbeit bei der Planung und Durchführung des 38. Landesnarrentages in der kleinen Walgaugemeinde Schlins. Sie hatten durchaus Mut: Tatsächlich wurde es ein bewegendes und geselliges Treffen für tausende Mäschgerle und Besucher. Merci an die Akteure auf der Bühne, u.a. Garden, Fanfaren und Gugga, für die tollen Darbietungen. Danke an alle VVF – Organisationen, die den Narrentag mit ihrer Mitwirkung zu einem kameradschaftlichen Volksfest gemacht haben.


Landesnarrentag 2020 - Mediathek

 

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