JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG 8. November 2013
Bings-Stallehr-Radin
Der Zunftmeister Joe Fritz eröffnet mit leichter Verspätung die heurige Jahreshauptversammlung! Den Besuchern wurde einiges geboten, Witz, Charme, Selbstironie und jede Menge Ausdrücke, die mit dem alemannischen Sprachgut überhaupt nichts zu tun hatten. Anscheinend hat Joe einen Managerkurs für angehende englisch sprechende Zunftmeister absolviert! Zudem lernten wir einiges über eine Marketingstudie, die die Zunft in Auftrag gegeben hatte. Darin wurde erhoben, ob es sich positiv auf den Zunftseckel auswirkt, wenn das Funkenabbrennen in die Länge gezogen wird. Laut Kassabericht hätte es sich rentiert, wenn ausreichend Würste, Most und Küachle zur Verfügung gestanden hätten. Auch die Harmoniemusik muss sich auf die neue Gegebenheit erst einstellen, ihr sind schlichtweg die Musikstücke ausgegangen. Ein fünfstündiges Funkenabbrennen fordert natürlich viel Einsatz, vor allem vom Funkenmeister, denn es ist wirklich nicht einfach, den Funken so zu entzünden, dass er erst nach dem fünften Entfachen des Feuers schließlich doch zur Gänze abbrennt. Der Funkenmeister hat diese Vorgabe mit Bravour bestanden!!! Da staunte sogar der Zunfti, denn dem verschlug es sogar beim Funkenplatz die Sprache und das will etwas heißen!
Ein Höhepunkt der Sitzung war eindeutig die Begrüßung! Schließlich war sogar Prominenz der Passionsspiele anwesend, wie Joe feststellte, als er den Fasnatratsvorsitzenden Peter Wolfsberger begrüßte! Aufgrund der Figur und der Frisur ginge Peter eindeutig als Christusdarsteller durch, andere Anwesende meinten allerdings, dass er in dieser Rolle unterfordert wäre und er solle sich doch lieber als Judas bewerben! Weiter ging es und Joe meinte, dass sich der Bürgermeister der Stadt Bludenz, Mandi Katzenmayer (oder wie er bei der Eröffnung des Kindergartens genannt wurde Mandi Katzenberger) etwas später kommen würde, darum müsse man ihm ein paar Würste zum Essen und ein Holzscheit zum Heizen auf die Seite tun müsse. Als Mandi schließlich kam, hatte er sich sicherheitshalber einen Jausenkorb mitgebracht und war kurzärmlig, da er die Themperaturvorstellungen von Joe kannte, denn manche lieben es heiß und andere, wie eben Joe, noch heißer!!!
Joe konnte dann ein Mitglied aus dem Probejahr in die Zunft aufnehmen, zu seinem Leidwesen konnten sie aber, trotz intensiver Suche und Rekrutingmeetings, niemanden für das Probejahr begeistern. Die Neuwahlen ergaben, dass Joe weitere zwei Jahre weitermachen muss! Irgendwie komisch war nur, dass es bei der Abstimmung zu Prozentzahlen kam, die es früher nur in Russland gegeben hat. Niemand traute sich gegen Joe zu stimmen, aber ich glaube, dass er es sich auch verdient hat, dass man auf ihn vertraut! Mach weiter so Joe!
Der Abend endete mit einer Überraschung für Joe. Der Verband der Vorarlberger Fasnatzünfte und Gilden verlieh ihm für seine Verdienste um die Fasnat den Orden in Gold! Sogar der Präsident des VVF hatte die weite Anreise auf sich genommen, um Joe diesen Orden um den Hals hängen zu können! Er hat sogar die Zunfthütte auf Anhieb gefunden, vielleicht lag dies auch daran, dass er auf dem letzten Abschnitt vom Bezirkselfer Rainer „Raimund“ Föger begleitet wurde.
Mit einem dreifach Bigi, Bigi mäh beendete Joe souverän die Sitzung und der Abend klang gemütlich aus!
Oliver van Dellen
(VVF-Bezirksredakteur Bludenz)